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Nach 17 Trainerjahren wird Christian Schultz Sportdirektor bei Oberligist FV Dudenhofen

 Er ist seit 40 Jahren im Verein, die letzten 17 Jahre war Christian Schultz Spielertrainer und Trainer des Fußball-Oberligisten FV Dudenhofen. Das Karriereende des 44-Jährigen war schon lange auf das Ende der Saison 2019/20 festgelegt – und kam durch Corona fast über Nacht. Jetzt wird Schultz Sportdirektor – ehrenamtlich bei „seinem“ FVD. 

„Dass meine Trainerlaufbahn so zu Ende geht, hätte ich nie erwartet. Ich muss ganz ehrlich sagen: Das habe ich mir anders vorgestellt, wobei mir und Freunden durch die Pandemie auch bewusst geworden ist, dass Gesundheit über allem steht und es wichtigere Dinge als den Fußball gibt“, sagt der 44-Jährige, der mit seinem Bruder das Baustoffzentrum Schultz in Speyer führt. Die unternehmerische Verantwortung, die Familie, die Sehnsucht nach mehr Freizeit, das Bedürfnis einmal durchzuatmen, hatten Schultz schon Ende 2018 bewogen, den Abschied intern vorzubereiten.Die Vereinsführung mit Roland Klaus an der Spitze überließ ihm, dem künftigen Sportdirektor, die Nachfolge zu klären. Schultz beantwortete die Trainerfrage mit seinem bisherigen Co-Trainer Steffen Litzel (34). „Wir sind in den beiden Jahren gute Freunde geworden“, sagt Schultz und rechnet dem künftigen FVD-Coach hoch an, dass der ihm anbot, nun doch noch ein Jahr im Amt zu bleiben. „Steffen sagte nach dem Saisonabbruch durch Corona, so sollst du nicht abtreten. Mach doch noch ein Jahr weiter. Diese Geste zeigt ja Steffens wunderbaren Charakter“, sagt Schultz, der überzeugt ist, dass Litzel ein Glücksgriff für den Verein ist.

„Seinen“ FV Dudenhofen mag der scheidende Trainer nicht nur über Titel und Platzierungen definieren. „Ich unterteile in sportliche und in menschliche Erfolge“, betont Schultz, für den die Kameradschaft in der Mannschaft, der Zusammenhalt im Verein ganz oben stehen. „Das hört sich so abgedroschen an, aber in all der Zeit gab es keine Fluktuation an Spielern. Der Umgang mit den Spielern war mir immer wichtig“, sagt der Coach, der im großen Jupp Heynckes ein Vorbild in der Menschenführung sah. „Ohne diese Kameradschaft hätte es die Erfolge in Dudenhofen nicht gegeben“, ist Schultz überzeugt, der den FVD von der Landesliga in die Oberliga führte und nach dem bitteren Abstieg den direkten Wiederaufstieg schaffte. Dazu kamen der zweimalige Einzug ins Verbandspokalfinale und der grandiose Auftritt am 3. April 2019 im Halbfinale vor 6500 Zuschauern gegen den FCK, Schultz’ zweite große Fußballliebe. 

„Wir haben sehr guten Fußball gespielt“, sagt Schultz beim Blick zurück auf die Saison, die am 21. Spieltag mit dem 1:1 gegen Eintracht Trier jäh endete. Der Abpfiff am 7. März gegen 17.50 Uhr – der Schlusspfiff für den Trainer Schultz. Noch drei Trainingseinheiten folgten, dann kam das Corona-Aus. Dudenhofen stand auf Platz sechs. In einer Videobotschaft hat sich Schultz bei seinen Jungs bedankt, einen Ausstand wird es geben, wann auch immer das möglich wird.

„Mit Rat, wenn gewünscht, aber nicht mit Tat“ will Schultz seinem Nachfolger zur Seite stehen. Ob der Sportdirektor auf der Bank sitzt, soll der neue Cheftrainer entscheiden. Schultz sieht sich „als Bindeglied“ zwischen den drei aktiven Mannschaften des FV. Er ist zuständig für Kaderplanung sowie Finanzen und ist der Ansprechpartner der Trainer und Spielleiter.

Quelle : Die Rheinpfalz, Mittwoch 10. Juni 2020 von Horst Konzok

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