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Aufgestellte Haare und Rituale gehören für Dudenhofens Torjäger zum Spiel

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Julian Scharfenberger

Im Amateurfußball ist ein Heimspiel trotz fehlender Tribünen und zumeist auch der nicht vorhandenen Fankultur etwas Besonderes. Die Nähe zu den Fußballern aus dem eigenen Dorf macht es aus. Das gilt auch für Julian Scharfenberger vom FV Dudenhofen.

„In Dudenhofen habe ich bei Abendspielen mit Flutlicht immer ein besonderes Gefühl. Das sind richtig gute Spiele, besonders wenn dann auch noch 1000 Zuschauer da sind“, erklärt der FVD-Schlüsselspieler und verweist auch auf die Derbys gegen Mechtersheim und Speyer. Die Hingabe des 28-jährigen zum Heimgelände ist auffällig. Er wohnt auch samt seiner Freundin in Dudenhofen. „Es ist toll, ich kann mit dem Fahrrad zum Training fahren“, meint der Büromitarbeiter, der auch kommende Saison für die Gelb-schwarzen die Fußballstiefel schnüren wird. Dafür schlug er Angebote höherklassiger Teams, wie das des FK Pirmasens, aus.

Im Abschlusstraining werden die letzten Feinheiten für das kommende Spiel abgestimmt. Am Spieltag geht es im Hause Scharfenberger mit einem Ritual los. „Den Abend vorher lassen wir gemütlich angehen. Ich stehe meistens früh auf. Es gibt aber immer ein bestimmtes Essen mit Nudeln“, erklärt Scharfenberger. Wenn es später von der Kabine auf das Feld geht, ist beim Torjägerkönig der gerade abgebrochenen Saison (18 Treffer) die Anspannung da. „Das ist manchmal mehr und manchmal weniger. Es kommt auf das Spiel an“, sagt der FVD-Akteur, der auf dem Feld auch mal die Nervosität mit seinen Mitspielern ein wenig wegquatscht. Bei einem seiner Karriere-Höhepunkte, dem Spiel im Verbandspokal gegen den 1. FC Kaiserslautern vor 7000 Zuschauern, sei es aber ganz anders gewesen. „Man schaut da ein bisschen intensiver durch die Ränge. Wen kenne ich? Sind meine Freunde da?“, bekennt Scharfenberger. 

Extreme Sekunden vor dem Anpfiff

Bevor es zum Spiel geht, wird es in der Kabine noch einmal richtig laut. Der Kabinen-DJ lässt die Bässe wummern. „Das sind fast immer die gleichen Lieder, meistens so drei oder vier Stücke“, erzählt der 28-Jährige von den letzten Minuten vor dem Anpfiff, in denen er sich auch mental auf die Partie einstimmt. Die Sekunden vor dem Anpfiff seien aber noch einmal ganz extrem. „Gegen den FCK haben sich da alle Haare gestellt. Die Bengalos auf den Tribünen, das war schon was Besonderes. Den Respekt vor dem Gegner muss man aber ganz schnell ablegen“, bekräftigt Scharfenberger. 90 Minuten vor heimischer Kulisse machen dem Offensivakteur mehr Spaß als solche in der Fremde. „Auswärts ist es manchmal schwerer, die Motivation zu finden. Bei 30 Grad in Gonsenheim auf dem Kunstrasen macht Fußballspielen nicht so viel Spaß“, erklärt er. Die Busfahrt zu einem Spiel lasse dieses anders werden.

Die Spiele, egal wo, analysiert Scharfenberger für sich zu Hause. „Man kann die mittlerweile im Internet anschauen. Ich blicke auf die entscheidenden Spielszenen.“ 

Ein Torjäger als Wachrüttler

„Als Stürmer will ich immer was erreichen, egal ob auswärts oder daheim“, sagt der Kicker, der im Spiel versucht, seine Mitspieler zu motivieren. Es sei ihm bei einem Rückstand wichtig, sein Team wachzurütteln, am besten mit seiner Spezialität, dem Toreschießen. Am Ende seien aber drei zu Hause errungene Punkte genauso wertvoll wie die auswärts, wenn auch anders gefeiert werde.

Die Rheinpfalz Benjamin Haag, Samstag, 30. Mai 2020 – 06:00 Uhr

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