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Ganz weit weg von böser Fußballwelt

Roland Klaus, der Vereinsvorsitzende, über Fußball-Ordner.

Allerhand zu tun haben Ordner bei Fußballspielen. Sogenannte Fans, die nicht das eigentliche Spiel im Sinn haben, sind mühsam in den Griff zu bekommen, wenn sie beispielsweise versuchen, das Spiel durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern zu stören.

In Dudenhofen ist es aber etwas anders

Nebelschwaden in Stadien oder Flitzer, die das Spiel stören – all das sind Gründe, weswegen Spiele auch mal vor dem Abbruch stehen und weshalb Ordner – abgewandt vom Spielfeld – 90 Minuten auf die Tribünen starren. Aber der Aufgabenbereich von Ordnern im Fußball ist umfangreicher:

Einlasskontrollen, Zuweisungen auf den Tribünen, das Durchsetzen der Haus- und Platzordnung oder auch einfach mal das Rede und Antwort stehen für den Besucher. Das klappt mal gut, manchmal sind die Besucher aber ungestüm und fordern die Ordnertrupps besonders.

Schon am Eingangsbereich schauen die Ordner, dass keine unerlaubten Gegenstände in das Stadion gelangen. Dazu gehören auch die bengalischen Feuer und Leuchtraketen, die Störenfriede während der 90 Spielminuten abbrennen wollen.

„Bei uns sind die Spiele in grüne, gelbe und rote Kategorien eingeordnet“, erzählt Roland Klaus, der Vorsitzende des FV Dudenhofen, das in der Oberliga Südwest praktizierte Ampelsystem.

In den vergangenen Jahren wurden Spiele gegen Eintracht Trier, TuS Koblenz, und den 1. FC Kaiserslautern II als gefährlich, also in der roten Kategorie, eingeordnet.

„Da kam die Polizei mit einem Extremaufgebot von 150 bis 200 Polizisten“, erklärt Klaus, der jedoch seinen FVD nicht als besonders gefährdet ansieht, da der Verein für die Fanszene kein besonderes Feindbild sei.

Im idyllischen Dudenhofen gebe es ohnehin keine Hooligans. 

Helfende Hooligans „Das sind mehr prophylaktische Maßnahmen. Bei uns machen das immer die Gleichen. Es ist total entspannt“, erklärt Klaus.

Beim FVD werden regelmäßig sechs bis acht Personen für den Ordnungsdienst benötigt. Dies seien Vereinsmitglieder, zumeist frühere Fußballer des Vereins, die sich um die 200 bis 300 Anhänger kümmern.

„Auch beim Pokalspiel gegen die Profis des 1. FC Kaiserslautern, da waren es ja doch 6000 Zuschauer, gab es keine Probleme“, berichtet Klaus von einer heilen Dudenhofener Welt: „Da waren zwar auch Ultras und Hooligans; die haben uns vor dem Spiel aber sogar noch beim Aufbau geholfen“, sagt Klaus und schiebt nach: „Wir sind hier ganz weit weg von der großen, bösen Fußballwelt“.

Einmal gab es Ärger

Einmal jedoch gab es einen Vorfall im Rahmen eines B-Jugendspiels.

„Wir haben damals zu Hause gegen Altrip gespielt. Das war im Herbst des vergangenen Jahres. Da hat ein Spieler einem Schiedsrichter den Ball in den Unterleib geschossen. Da gab es dann Ärger“, erzählt Klaus.

Bei diesem Spiel sei kein Ordner zugegen gewesen, dem FVD wurde daher eine Teilschuld zugesprochen.

„Wir wussten nicht, dass wirklich bei jedem Spiel ein Ordner da sein muss. Das passiert uns nicht mehr“, stellt Klaus fest und ist danach noch etwas vorsichtiger geworden.

Quelle: Benjamin Haag
Ausgabe: Die Rheinpfalz Speyerer Rundschau – Nr. 130

Datum: Samstag, den 6. Juni 2020

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